Schloss Dornburg an der Elbe
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Ausgrabung 1. Steinburg 2. Steinburg Herrensitz Residenz der Nebenlinie

Die Vorgängerbauten bis zum 18. Jahrhundert
von Stefan Schüler
 
Die erste Steinburg
Der Archäologe kommt in seinem Grabungsbericht zu dem Fazit: „Leider ist die Zerstörung der ersten Burg urkundlich nicht faßbar, sie geschah wohl in einer jener zahlreichen Fehden, die von keinem Chronisten aufgezeichnet worden sind. Unzweideutig ist aber der Brand- und Trümmerhorizont. Mit einiger Vorsicht glaube ich anzunehmen (Unterstreichung von S. Schüler), daß das Ende in einer Zeit stattfand, wo schon die graue hartgebrannte mittelalterliche Tonware im Gebrauch war. Gestützt wird dieses Ergebnis auf die Verbreitung der Funde im Gelände. Jetzt beginnt die Hauptmasse der Funde im Bezirk C, und die Besiedlung der Y- und Z-Gebäude hört allmählich auf. Die Zerstörung hat demnach um 1300 stattgefunden.“8 Allerdings kann man die genannten Gebäude am nördlichen Ende auch aus anderen Gründen aufgegeben haben, z. B. weil der Unterhalt einer Burg dieser Größe nicht länger notwendig war oder die Hochwassergefahr wegen Laufveränderungen der Elbe dort wuchs. Der Archäologe gibt zu, dass in Folge der gründlichen Zerstörung der zweiten Burg „die deutschen frühmittelalterlichen Schichten meist stark mit hochmittelalterlichem Material durchsetzt worden.9 Die nach der Burgaufgabe einsetzende Abtragung der Mauern, der Bau der Ziegelei am Anfang des 18. Jahrhunderts und die Nutzung des gesamten umliegenden Geländes zur Lehmgewinnung nahmen keine Rücksicht auf Fundstücke aus der Vergangenheit.



Abb. 11 und 12: Der Dornburger Kantor Ulrich fügt seiner Dorfchronik einige Fotos bei (Abb. 1-7 und 9-12), die ihm „für getätigte Mithilfe freundlichst übermittelt wurden.“10 Auf den Fotos vom Beginn der Grabung im Januar 1933 ist gut zu erkennen, dass nur zwischen den Gebäuden der Ziegelei gegraben werden konnte.

Schon Karl Ulrich bemerkte in seiner Chronik: „Zu der Geschichte der Steinburgen in Dornburg möchte ich im Gegensatz zu den Feststellungen des Archäologen Dr. Knorr, die er ja auch nur aufgrund der Bodenfunde mutmaßlich aufgestellt hat, meine Ansicht kundtun, die auch mit der des Ausgrabungsleiters, Lehrer König identisch ist. … Daß die zweite Burg nach Meinung des Dr. Knorr um 1300 erst zerstört sein soll, möchte ich bezweifeln, denn zu der Zeit sind die urkundlichen Quellen lückenlos; aber nirgends findet sich eine Angabe über die Zerstörung. Über diesen wichtigen Vorfall hätten sich doch sicherlich urkundliche Unterlagen finden lassen müssen.“
11 Die erste Steinburg ist nach Ansicht von Heinz A. Knorr vom Askanier Albrecht dem Bären (eigentlich Adelbert, um 1100-1170) gegründet wurden. Dies wird aber schon vor der endgültigen Besetzung der Brandenburg im Jahr 1157 geschehen sein, da der Wehrbau die ehemalige Elbgrenze zwischen Slawen und Deutschen sicherte.

Die Grafen von Mühlingen
bezeugen mehrfach Urkunden im Gefolge Albrechts des Bären, werden hier aber stets nach ihm genannt
12 so dass man sie als Lehnsmannen des Askaniers annehmen kann. Die ersten Mitglieder des Hauses sind Godescalcus13 und sein Sohn Siegfried von Jabelinze14. Der Tod des kinderlosen Kaisers Lothar III. am 3. Dezember 1137 löste Machtkämpfe im Reich aus, die auch mit der von Albrecht beanspruchten sächsischen Herzogswürde verknüpft waren. Während der folgenden kriegerischen Auseinandersetzungen gegen die Welfen wechselten einige Adlige die Seiten und darunter könnten auch die Mühlinger gewesen sein. Den bereits genannten Siegfried ließ Albrecht der Bär wegen Verrats hinrichten und sein Bruder Baderich I. entging der Strafe nur, weil er die Burg Jabelinze übergab. Allerdings half dies nicht viel, da Erzbischof Konrad von Magdeburg (um 1100-1142) den Wehrbau 1140 zerstörte.15 Leider konnte der Ort bisher nicht genau lokalisiert werden.16 Wir wissen nur, dass er im Machtbereich der Grafen gelegen haben muss und ihn Baderich I. noch bis 1162 im Namen führte.17 Im selben Zeitraum wird er aber auch als „Bodericus de Dornburg“18 bezeichnet und hat das Burggrafenamt von Brandenburg angetreten19. Im Jahr 1170 erscheint er erstmals gemeinsam mit seinem Sohn „Sifridus“20 auf einer Urkunde und ab 1187 werden mehrfach „Syfridus de Thorneburch“ und sein Bruder Baderich II. genannt.21 1189 tagt ein Landgericht des „Sifrido de Thorneburg“ in Mühlingen22, 1194 werden Siegfried als Burggraf von Brandenburg und sein Bruder angeführt.23 1215 wird Badericus II. gemeinsam mit einem Badericus III. in einer Urkunde genannt als „Bedericus comes de Doremborg“ und „Bedericus castellanus Brandeburgensis“24. Rüter vermutet hinter Baderich III. einen Sohn Siegfrieds, da auf ihn die Grafschaft Mühlingen überging,25 denn dieser nennt sich 1233 „Bedericus comes de Mulinge“26 und 1240 „Bedericus dictus de Mulinge“27.


Abb. 13: Die 1900 von Friedrich Heine gezeichnete Karte orientiert sich am heutigen Verlauf von Elbe und Saale.
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Seit dem Aufstand der Elbslawen im Jahr 983 bildeten Elbe und Saale eine natürliche Ostgrenze des römisch-deutschen Kaiserreichs, wobei beide Flüsse mehrfach ihren Lauf änderten. Man nimmt an, dass die Saale bis vor etwa 1 000 Jahren durch den „Grizehner Graben“ erst nördlich von Barby in die Elbe mündete.
29 Ein großes Hochwasser im Jahr 1020 muss gravierende Auswirkungen gerade auf das Gebiet um Dornburg gehabt haben, da die Elbe nun weiter westlich über Schönebeck floss.30 Der jetzige Hauptstrom wird sich aber erst langsam entwickelt haben, indem der Fluss sich hier immer weiter eingrub. Gleichzeitig hat das fließende Wasser große Teile der Hauptburg (bei der Ausgrabung auf der sogenannten Südinsel lokalisiert) abgetragen. Auf einer sehr detaillierten Karte vom Mai 1700 ist von der Befestigungsanlage nur noch der „alte Burg-Graben“ eingezeichnet und an der Burgstelle wird vermerkt: „Hier soll eine Grenz-Eiche gestanden haben, die die Elbe aber weg gerißen hat.“31 Der Historiker Beckmann berichtet 1710: „Was sonsten das Alte verödete Schloß und Burg Dornburg belanget / so hat solches dichte an der Elbe gelegen / dergestalt daß der Besitzer davon dieselbe gäntzlich in Zwang halten können ; Nachdem es aber verstöhret worden / so sein ietzo nichts mehr als einige Rudera und Mauer-Stücken davon zu sehen / welche aus lauter Bruch-Steinen bestehen / und mit Kalcke dermassen hart verbunden sein / daß sie mit großer Mühe kaum können von einander geschlagen werden : Sie liegen aber mehrentheils in der Elbe / welche der Ohrten noch immer abspühlet / und also wohl möglich ist / daß sie mit der Zeit gantz möchten verschlungen werden …“32 Gut einhundert Jahre später bemerkt Lindner: „Jene Vermuthung Beckmann’s ist nur zu wohl eingetroffen; in dem zu dem Forsthause gehörigen Garten, wo die alte Burg gestanden haben soll, habe ich auch nicht die geringste Spur entdecken können, was umso leichter zu erklären ist, da gerade hier die Elbe einen Winkel macht, wodurch die Gewalt des Stromes noch verstärkt wird. Auch hat seit Menschengedenken kein Dornburger, selbst bei niedrigsten Wasserstande, irgend Mauerwerk in der Elbe gesehen.“33 Allerdings bekundet Julius Platte für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, „daß er beim Fischen in der Stromelbe in unmittelbarer Nähe der Ziegeleibuhne öfters auf Mauerwerk gestoßen sei.“34 Der Dornburger Ortschronist Hermann Hennig berichtet: „Wegen der Landabspülung bei Hochwasser wurde das Ufer an der Anlegestelle bei der Ziegelei durch Ziegelschutt befestigt und bei der Elbregulierung 1936-38 zur Strommitte verlegt und ein Leitdamm gebaut.“35
Die Burgstelle auf dem späteren Ziegeleigelände lag vor dem Hochwasser von 1020 auf der westlichen Elbseite, oder war von dieser nur durch einen kleineren Elbarm getrennt und müsste somit zur Herrschaft der Herren von Jabelinze gehört haben. Starke Verzweigungen eines Stromes ermöglichen oft einen Übergang, da sich die Wassermassen aufteilen. Selbst wenn die Überquerung der Elbgrenze hier nur zeitweise möglich war (z. B. bei Niedrigwasser oder beim Zufrieren des Flusses36), so musste dieser Ort doch besonders geschützt werden. Für diese Theorie spricht auch die merkwürdige Häufung von Befestigungsanlagen an dieser Stelle.37 Wenn nach 1020 hier kein einfacher Elbübergang mehr möglich war, so sicherte die Burg jetzt wichtige Einnahmen aus dem Elbzoll. Die Befestigung direkt am Fluss erscheint also wichtig genug, um Namensgebend für das Geschlecht und lohnendes Ziel beim Kampf um die Vormachtstellung im Gebiet zu sein. Grund genug für die Zerstörung derselben durch Erzbischof Konrad von Magdeburg im Jahr 1140, der bereits den Elbübergang in seinem Bischofssitz kontrollierte.
Da die Auseinandersetzungen mit Albrecht dem Bären damit nicht endeten, musste Jabelinze sehr schnell wieder befestigt werden, was auch Heinz A. Knorr in seinem Grabungsbericht feststellt: „Beim Wiederaufbau (zweite Burg) benutzte man zwar dieselben Mauertrassen, aber die auf dem alten Fundament errichteten neuen Mauern der zweiten Burg hatten bedeutend kleinere Ausmaße und wurden recht liederlich aus alten Bruchsteinen und Dachziegelsteinen ausgeführt und der Schutt zu beiden Seiten festgestampft.“
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Weitere Gründe stützen die These, dass es sich bei der ersten Steinburg um Jabelinze gehandelt haben dürfte. Wie viele alten Orte der Gegend ist sein Namenskern slawischen Ursprungs.39 Archäologische Funde zeugen von einer ständigen Besiedlung der wegen ihres Fischreichtums für die Slawen lukrativen Dornburger Gemarkung, allerdings ist kein Ortsname aus dieser Zeit überliefert.40 Wir gehen deshalb davon aus, dass das heutige Dorf eine deutsche Gründung des 12. Jahrhunderts ist, dessen alter Kern sich im Bereich des jetzigen Schlosses befand. Dieser Teil lag vor der großen Elbverlagerung noch am östlichen Flussufer und gehörte damit zum slawischen Einflussbereich. Eventuell ist der Hügel erst danach durch die Wassermassen angeschwemmt, vergrößert oder erhöht worden, was seine Besiedelung begünstigte.41 Albrecht der Bär hat sich das Gebiet in einem seiner Feldzüge gegen die Slawen schon vor der endgültigen Eroberung der Brandenburg im Jahr 1157 einverleibt.42 Sein Sohn Dietrich von Werben (etwa 1138-nach 1183) erklärt kurz nach 1170, dass ihm entsprechend der Erbteilung seines Vaters „Thorneburch nebst Zubehör, worunter auch die Dörfer Crussowe und Gottowe befindlich, zugefallen war“.43 Offensichtlich erhielten die späteren Mühlinger Grafen den neuen Landesteil nur als Lehen, wohl als Dank für ihre Waffenhilfe. Während sich Baderich I. noch nach seinem alten Besitz Jabelinze benannte, wurde für die neuerbaute Burg (nach und nach?) der deutsche Name Dornburg vom 800 Meter entfernten Ort übernommen. So wäre auch die schleichende Namensänderung des Grafengeschlechts erklärbar.

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Quellen und Anmerkungen
  1. Anm. 3, S. 64.
  2. Anm. 3, S. 12.
  3. Karl Ulrich: Zur Geschichte Dornburgs. Karl Ulrich (1884-1970) war Lehrer 1907-1951 und Kantor 1907-1964 in Dornburg. Im Jahre 2017 wurden seine Aufzeichnungen von seiner Urenkelin Astrid Utpatel-Hartwig der Sten-gelgesellschaft Dornburg e. V. übergeben. Gedruckte Exemplare finden sich in Dornburg und in der Francisceumsbibliothek in Zerbst.
  4. Anm. 10, S. 13.
  5. Siehe die folgenden Anmerkungen zu den Urkunden aus Heinemanns Codex Diplomaticus Anhaltinus (CDA).
  6. Otto von Heinemann (Hrsg.): Codex Diplomaticus Anhaltinus, Bd. 1 (1), A. Desbarts, Dessau, 1867, Nr. 183, S. 147.
  7. Otto von Heinemann (Hrsg.): Codex Diplomaticus Anhaltinus, Bd. 5, Emil Barth, Dessau, 1881, Anhang 2 (S. 355).
  8. Annales Palidenses, in: Georg Heinrich Pertz (Hrsg.): Monumenta Germaniae Historica, Bd. 16, Hannover, 1859, S. 80.
  9. Diskussion zur Lage von Jabelinze in: Lutz Partenheimer: Albrecht der Bär, Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt, Böhlau Verlag Gmbh & Cie, Köln, 2003, S. 78.
  10. 1151 „Badericus de Badelincze“ in: Otto von Heinemann: Codex Diplomaticus Anhaltinus, Bd. 1 (2), A. Desbarts, Dessau, 1869, Nr. 362, S. 273, 1155 „Comes Betericus de Gebelenza“ und sein Bruder „Elvericus de Meringen“ ebenda, Nr. 413, S. 303, 1159 „Badericus de Iabelenzse“ ebenda, Nr. 454, S. 332 und letztmalig 1162 „Bedericus de Geblizzi“ und sein Bruder „Elvericus de Meringge“ ebenda, Nr. 463, S. 338.
  11. Otto von Heinemann (Hrsg.): Codex Diplomaticus Anhaltinus, Bd. 1 (2), A. Desbarts, Dessau, 1869, Nr. 424, S. 311. Hierbei könnte es sich aber auch schon um seinen Sohn Badericus II. handeln.
  12. 1160 „Bederic castellanus de Brandenburg“ in: Otto von Heinemann: Codex Diplomaticus Anhaltinus, Bd. 1 (2), A. Desbarts, Dessau, 1869, Nr. 457, S. 334, 1162 „Badericus castellanus de Brandenburg“ ebenda, Nr. 464, S. 339, 1164 „Badericus castellanus de Brandenburg“ ebenda, Nr. 487, S. 357, 1170 „Badericus castellanus de Brandenburg“ in: Otto von Heinemann (Hrsg.): Codex Diplomaticus Anhaltinus, Bd. 1 (3), A. Desbarts, Dessau, 1873, Nr. 519, S. 383 und nochmals 1170 ebenda, Nr. 520, S. 384. 
  13. Otto von Heinemann (Hrsg.): Codex Diplomaticus Anhaltinus, Bd. 1 (2), A. Desbarts, Dessau, 1869, Nr. 513, S. 376.
  14. Otto von Heinemann (Hrsg.): Codex Diplomaticus Anhaltinus, Bd. 1 (3), A. Desbarts, Dessau, 1873, Nr. 655, S. 482, 1188 „comes Sifridus de Thornburch“ ebenda, Nr. 663, S. 487, 1194 „Sifrido de Dorneburg et fratri suo Baderico“ ebenda, Nr. 686, S. 503f.
  15. Otto von Heinemann (Hrsg.): Codex Diplomaticus Anhaltinus, Bd. 1 (3), A. Desbarts, Dessau, 1873, Nr. 669, S. 490.
  16. Otto von Heinemann (Hrsg.): Codex Diplomaticus Anhaltinus, Bd. 1 (3), A. Desbarts, Dessau, 1873, Nr. 691, S. 509.
  17. Otto von Heinemann (Hrsg.): Codex Diplomaticus Anhaltinus, Bd. 2, Emil Barth, Dessau, 1875, Nr. 19, S. 19.
  18. H. Rüter: Die Grafen von Dornburg. In: Geschichtsblätter für Stadt und Land Magdeburg, Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde des Herzogtums und Erzstifts Magdeburg, Verlag der Schäfer’schen Buchhandlung, Magdeburg, 20. Jahrgang, 1885, S. 101-124.
  19. Otto von Heinemann (Hrsg.): Codex Diplomaticus Anhaltinus, Bd. 2, Emil Barth, Dessau, 1875, Nr. 117, S. 96.
  20. Otto von Heinemann (Hrsg.): Codex Diplomaticus Anhaltinus, Bd. 2, Emil Barth, Dessau, 1875, Nr. 149, S. 119.
  21. Friedrich Heine: Geschichte der Grafschaft Mühlingen, Cöthen, 1900, die Karte des Autors entstand nach Wilhelm Johann Karl Zahn: Die Grafschaft Mühlingen, Beiblatt zur Magdeburger Zeitung, 1889, I, II, III.
  22. Ein Altarm der Saale ist noch heute erkennbar: Hier lief das Wasser durch den Barbyer „Colphus“, den „Düsteren Sumpf“ und den „Glinder See“ zwischen Glinde und Dornburg entlang.
  23. Die Gründungsurkunde des Klosters Unser Lieben Frauen in Magdeburg vom 13.12.1015 nennt ein früheres Jahr für die Elbverlagerung, ist aber eine Fälschung, vgl. Walter Möllenberg: Aus der Geschichte des Klosters Unser Lieben Frauen, in: Geschichtsblätter für Stadt und Land Magdeburg, 1924, S.116ff.
  24. „Grund Riß über das Amt Dorenburg … von August Beyer Marckscheidern in Freibergk“, Sächsisches Staatsarchiv, Bergarchiv Freiberg , 40044 Generalrisse, Nr. 1-K17637
  25. Anm. 2, S. 346.
  26. Heinrich Lindner: Geschichte und Beschreibung des Landes Anhalt, bei Chr. G. Ackermann, Dessau, 1833, Reprint der Originalausgabe, Fliegenkopf Verlag, Halle, 1991, Verlag Michael Kuhle, Braunschweig, 1991.
  27. Anm. 10, S. 14.
  28. Hermann Hennig: Chronik der Gemeinde Dornburg an der Elbe, Manuskript im Besitz der Gemeinde Dornburg, S: 11.
  29. „Alte Glindener, die es noch von ihren Großvätern gehört hatten, erzählten, daß hier ein Teil der Napoleonischen Truppen vor dem Rußland-Feldzug 1812 die Elbe nach Dornburg überquert hätten. Im vorhergehenden Winter hatten die Bauern aus den nahegelegenen Dörfern Stroh anfahren müssen. Die Bunde wurden auf das Eis gelegt und mit Wasser übergossen. Gefroren, erhöhte sich die Tragfähigkeit, sodaß sogar Kolonnen diesen künstlichen Weg passieren konnten.“ zitiert nach einer „Glindener Chronik“ in Anm. 35, S. 64.
  30. Die durch einen Wall gesicherte Siedlung (heute Wüstung) Gottow auf der Elbenauer Elbinsel nordöstlich von Ranies liegt etwa 1,8 km südwestlich der Dornburger Burg (z. B. zwischen 1170 und 1173 genannt in: Otto von Heinemann (Hrsg.): Codex Diplomaticus Anhaltinus, Bd. 1 (3), A. Desbarts, Dessau, 1873, Nr. 534, S. 394 und 1187 ebenda, Nr. 655, S. 480) und ein noch heute vorhandener „Wall“ bei Glinde, gegenüber der Dornburger Burg, etwa 2 km südlich (z. B. 1145 genannt in Otto von Heinemann (Hrsg.): Codex Diplomaticus Anhaltinus, Bd. 1 (2), A. Desbarts, Dessau, 1869, Nr. 318, S. 237).
  31. Anm. 3, S. 12f.
  32. Eine slawische Ortsgründung mit Wort Apfel (russ: jabloko, polnisch jablko) im Namenskern.
  33. Die slawische Deutung Dornburgs als Thuriburi = viel Wald erscheint mir zu weit hergeholt. Allerdings trifft dies auch auf die deutschen Deutungen Thorinburg = Burg eines Mannes Namens Toro (Gustav Hey und Karl Schulze: Die Siedelungen in Anhalt, Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses, Halle/Saale, 1905, S. 106.) und Thorsburg = Burg des germanischen Gottes Thor zu. Karl Schulze hatte wenige Jahre zuvor schon eine naheliegende Erklärung abgegeben: „durch Dorngebüsch (althochd. thorn, dorn, mittelhochd. Dorn) geschützte Burg“ (Karl Schulze: Erklärung der Namen der Städte, Dörfer und kleineren Ortschaften des Herzogtums Anhalt. In: Mitteilungen des Vereins für Anhaltische Geschichte und Altertumskunde, Bd. 6, Dessau, 1893, S. 81).
  34. Hier befand sich auch die ehemalige Kirche und der inzwischen verödete Elbarm trägt bis heute den Namen „Kirchsee“. 
  35. Eine Urkunde zur Gründung des nahegelegenen Klosters Leitzkau vom 13. September 1155 nennt Dornburg als Besitz Albrechts des Bären: „Wichmann, (Erz) Bischof (von Magdeburg), bekundet, daß er auf vielfältige Einladung seines Mitbruders, des Bischofs Wigger von Brandenburg Lambrecht und Seines teuren Propstes Lambrecht die Kirche (basilicam) auf dem Marienberge in Leitzkau (Litzka) in Gegenwart einer jauchzenden Menge (lacta celebritate) und besonders des Markgrafen Albrecht, seiner Gemahlin, seiner Söhne Otto, Hermann, Siegfried, Heinrich, Adalbert und Dietrich und vieler anderer christgläubiger geistlicher und weltlicher Personen in die Ehre der heil. Gottesmutter und Jungfrau Maria, des heil. Petrus und des heil. Bischofs und Märtyrers Eleutherus, den er ihnen von Magdeburg aus überzuführen und zum Schutzpatron nehmen bewilligt, geweiht habe. Außerdem (habe er der Kirche gegeben) zwei ganze Theile des Zehnten – den dritten Theil habe der Ortspfarrer zu erhalten – von zwei Dörfern, zu den Besitzungen des Markgrafen Albrecht in Dornburg gehörig und von ihm dem Bischof Wiger zu seinem Seelenheil geschenkt. Actum anno domini MCLV. Indictione III. Epacta XXVII. Concurente V. Idus Septembris.“ In: Regesta archiepiscopatus Magdeburgensis, Druck und Verlag von E. Baensch, Magdeburg, Bd 1, 1876, S. 527f, vgl. auch Anm.2, S. 504 und Otto von Heinemann (Hrsg.): Codex Diplomaticus Anhaltinus, Bd. 1 (2), A. Desbarts, Dessau, 1869, S. 301f.
  36. Regesta archiepiscopatus Magdeburgensis, Druck und Verlag von E. Baensch, Magdeburg, Bd. 1, S. 636, siehe auch Otto von Heinemann (Hrsg.): Codex Diplomaticus Anhaltinus, Bd. 1 (3), A. Desbarts, Dessau, 1873, Nr. 534, S. 394f.