Schloss Dornburg an der Elbe
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Biographie Vorträge und Symposien


Friedrich Joachim Stengel
Biographische Daten und ausgewählte Werke
zusammengestellt für das Stengel-Symposion Saarbrücken 1999
von Oranna Dimmig

1694
Friedrich Joachim Stengel wird am 29. September in Zerbst geboren.

1708
Ausbildung an der Königlich Preußischen Akademie der Bildenden Künste und Mechanischen Wissenschaften in Berlin. Ausbildungsfächer: Festungsbauwesen, Zivil-Baukunst, Geschützkunde und Geometrie.

1712
Eintritt in die militärischen Dienste des Herzogtums Sachsen-Gotha. Als Fahnenjunker eines Sachsen-Gothaischen Regiments einige Monate Aufenthalt in Norditalien (Spanischer Erbfolgekrieg).

Friedrich Joachim Stengel
(1694 - 1787)


1713
Teilnahme an Gefechten am Rhein, vorwiegend in Mannheim und Philippsburg. 1714 Rückkehr des Regiments nach Gotha.

1715
Stengel wird dem Sachsen-Gothaischen Oberbau-Direktor unterstellt. Tätigkeit als Feldmesser bei der Landesvermessung.

1719
Eintritt in die Dienste des Herzogtums Sachsen-Eisenach. Tätigkeit als Feldmesser bei der Landesrenovatur.

1720
Heirat mit Katharina Hoffmann. Aus dieser Ehe stammt die Tochter Elisabeth Wilhelmina Stengel (* Eisenach 1722, † Saarbrücken 1768), die bis zu ihrem Tode in Stengels Haushalt lebt.

1721
Wechsel in die Dienste der benachbarten Fürst-Abtei Fulda. Tätigkeit als Feldmesser (1726 Riß der Stadt Fulda), Pyrotechniker und Festarrangeur, sowie als Lehrer der fürstlichen Pagen (Zeichnen und Mathematik).
10.9.1727 Ernennung zum Bau-Inspektor. Ausführung von Planungen der Architekten Maximilian von Welsch und Andreas Gallasini an Stadtschloß und Orangerie in Fulda. Vermutlich selbständige Planungen bei der Ausgestaltung des Kaisersaales (?) und bei dem Entwurf der Floravase (Gartenskulptur). Beim Bau eines Barometers erleidet Stengel 1729 eine Quecksilbervergiftung. Nach seiner Genesung verläßt der Protestant Stengel nicht zuletzt aus religiösen Gründen das katholische Fulda.

1730
Erneuter Eintritt in die Dienste des Herzogtums Sachsen-Gotha. Arbeit als Geometer bei der Steuer-Revision und als Ingenieur bei militärischen Befestigungsanlagen. Ein Gesuch Stengels 1732 auf die Stelle eines Bau-Verwalters wird abgelehnt.

1733
Stengel wechselt in die Dienste von Nassau-Usingen als Hofarchitekt des jungen Fürsten Karl.
Erste größere eigenständige Arbeiten als Architekt:

1735
Teilung des nassauischen Besitzes unter die fürstlichen Brüder: Karl erhält die rechtsrheinischen, Wilhelm Heinrich die linksrheinischen Gebiete.Die baulich verwahrloste Stadt Saarbrücken soll als Residenzstadt für Wilhelm Heinrich ausgebaut werden.
Erste Reise Stengels nach Saarbrücken, Bericht über die baulichen Verhältnisse in der Stadt. Erste Planungen für ein neues Schloß in Saarbrücken.

1738
Beginn des Saarbrücker Schloßbaus (Fertigstellung 1748).

1739
Gemeinsame Reise mit Wilhelm Heinrich nach Paris, Studium der aktuellen Architektur.

1740
Stengel zieht mit seiner Familie nach Saarbrücken. In den folgenden Jahrzehnten wird er gemeinsam mit Fürst Wilhelm Heinrich die Stadt systematisch als barocke Residenzstadt um- und ausbauen und in vielen Ortschaften des zu Nassau-Saarbrücken gehörenden Besitzes als Oberbaudirektor tätig sein. Zu seinen umfangreichen Aufgaben gehören:
1741
Tod von Stengels Ehefrau Katharina geb. Hoffmann.

1742
Heirat mit Klara Storch (* 1710 Eisenach, † 1792 Saarbrücken), erste Kammerjungfer der Fürstin Charlotte Amalie von Nassau-Usingen. Aus dieser Ehe stammen zwei Söhne: Johann Friedrich Stengel und Balthasar Wilhelm Stengel, die später beide als Baumeister in die väterlichen Fußstapfen treten.

1743
Grundsteinlegung für die ref. Kirche in Saarbrücken.

1745
Planung der Wilhelm-Heinrich-Straße als erste Saarbrücker Stadterweiterung (Fertigstellung 1748). In dieser Straße entsteht auch Stengels privates Wohnhaus.

1748
Beginn der Umgestaltung des Saarbrücker Schloßplatzes und seiner Randbebauung.

1751
März bis Mai: Aufenthalt Stengels in Zerbst und Dornburg, um die Ausführungsarbeiten seines Entwurfs für Schloß Dornburg, einer Auftragsarbeit für die Mutter der späteren russischen Kaiserin Katharina II., Fürstin Johanna Elisabeth von Anhalt-Zerbst, einzuleiten.
Es folgt ab August ein für Stengel unbefriedigendes "Zwischenspiel" als Baudirektor in Gotha, das er im April 1752 beendet.

1752
Vor der Rückreise von Gotha nach Saarbrücken macht Stengel im März Station in Zerbst und Dornburg, um den Fortgang der Arbeiten am Schloßbau zu kontrollieren. Seine weiteren Beiträge zum Dornburger Schloßbau erfolgen anschließend schriftlich aus Saarbrücken.
Nach seiner Rückkehr wird Stengel wieder in die Dienste von Nassau-Saarbrücken aufgenommen und zum Kammer-Rat ernannt. Der Ausbau Saarbrückens wird fortgesetzt.

1752
Beginn der Planungen für Schloß Jägersberg in Neunkirchen (Fertigstellung wohl in den 1760er Jahren).

1754
Grundsteinlegung für die kath. Kirche St. Johann (Weihe 1758, Turm 1763).

1755
Planungen zum sog. Witwenpalais in Ottweiler (Fertigstellung 1759).

1762
Grundsteinlegung der neuen lutherischen Kirche. In den folgenden Jahren entsteht Stengels letztes bedeutendes Werk: die Ludwigskirche und der Ludwigsplatz mit seiner Randbebauung in Saarbrücken.

1763
Stengel schreibt seinen Lebenslauf für seine Frau und seine Kinder.

1764
Stengel schreibt sein erstes Testament.

1768
Tod des regierenden Fürsten. Stengel entwirft das Grabmal für Wilhelm Heinrich in der Saarbrücker Schloßkirche. Der nachfolgende Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken drosselt die Bautätigkeit zur Sanierung der Staatsfinanzen.

1769
Schloß Ludwigsberg bei Saarbrücken als Landsitz für Fürst Ludwig (Keimzelle der späteren ausgedehnten Garten- und Parkanlagen Ludwigsberg, Schönthal und Dianenhain).

1775
Am 25. August wird die Ludwigskirche feierlich eingeweiht. An diesem Tag tritt der 81jährige Stengel in den Ruhestand. Trotzdem wird Stengel in den folgenden Jahren von Fall zu Fall zumindest gutachterlich herangezogen. Seine Nachfolger als Leiter des Bauamtes sind Johann Hermann Josef von Waldner (bis 1778), Johann Philipp von Welling und Balthasar Wilhelm Stengel (ab 1. 1. 1785).

1776
Stengel verfasst sein zweites Testament, 1780 schreibt er einen Zusatz zu seinem Lebenslauf.

1784
Neben anderen wird auch F. J. Stengel mit der Erarbeitung eines Vorschlages zum Wiederaufbau der eingestürzten Alten Brücke über die Saar beauftragt, kommt dieser Aufgabe aber nicht mehr nach.

1787
Am 10. Januar stirbt Friedrich Joachim Stengel im Alter von 92 Jahren. Zwei Tage später wird er in Saarbrücken beerdigt.
Fürst Ludwig bewilligt Klara Stengel eine jährliche Witwenpension in Höhe von 160 Gulden, weil "Uns von dem nun verstorbenen Cammer Rath Stengel lang jährige treue Dienste geleistet worden, auch deßen Sohn, Unser dermaliger Cammer Rath, in solchem Diensteifer fortfähret".


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