Schloss Dornburg an der Elbe
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Die Mutter: Fürstin Johanna Elisabeth von Anhalt-Zerbst Die Tochter: Zarin Katharina II. von Russland

Die Mutter: Fürstin Johanna Elisabeth von Anhalt-Zerbst(-Dornburg)
von Stefan Schüler

Johanna Elisabeth von Anhalt-Zerbst, Kupferstich von Johann Martin Bernigeroth, Leipzig 1756 (sign. und dat. unten rechts) nach einem Gemälde von Anna Rosina Matthieu, geb. Lisiewska. Die Fürstin, die hier mit Witwenschleier dargestellt ist, trägt das rote Band des St. Annen-Ordens und den russischen Katharinenorden, welcher ihr 1745 von der Zarin Elisabeth Petrowna verliehen wurde. Im Hintergrund ist Schloss Dornburg dargestellt, unten ein Allianzwappen Anhalt-Zerbst und Holstein-Gottorf.

Johanna Elisabeth von Holstein-Gottorf wurde am 24.10.1712 geboren. Im Alter von 15 Jahren heiratete sie Christian August von Anhalt-Zerbst-Dornburg (1690-1747). Er stand in preußischen Diensten  und war zu dieser Zeit bereits Kommandant der Festung Stettin. Mit dem Tode des Fürsten Johann August von Anhalt-Zerbst (1677-1742) erlosch die Zerbster Hauptlinie. Christian August übernahm gemeinsam mit seinem ältesten Bruder Johann Ludwig II. (1688-1746) die Regierungsgeschäfte, wobei letzterer sich vornehmlich um die Herrschaft Jever kümmerte und vom jüngeren nur um einige Monate überlebt wurde.

Im Januar 1744 reisten Johanna Elisabeth und ihre Tochter Sophie Auguste Friederike (1729-1796) nach Russland. Die Prinzessin heiratete im folgenden Jahr den russischen Thronfolger. Mehrfach beteiligte sich die Zerbster Fürstin an den Intrigen des Hofes und spionierte für den Preußenkönig Friedrich II., weswegen die Zarin später den Postverkehr zwischen Mutter und Tochter untersagte. Knapp zwei Jahre nach ihrer Abreise traf Johanna Elisabeth wieder in Zerbst ein. Neben vielen kostbaren Geschenken brachte sie eine jährliche Apanage von 30000 Rubeln mit. Die Aufwertung der Dynastie war perfekt, nachdem ihr Bruder, Adolf Friedrich (1710-1771), 1751 den schwedischen Thron bestiegen hatte.

Die Möglichkeiten ihrer eigenen Macht blieben allerdings begrenzt, was die Zerbster Fürstin bald spüren sollte. Obwohl sich Anhalt am Beginn des Siebenjährigen Krieges zur Neutralität verpflichtet hatte, beherbergte sie den französischen Marquis de Fraigne. Dieser hatte u. a. die Aufgabe, die nahegelegene Festung Magdeburg auszuspionieren. Seine Gefangennahme lieferte dem Preußenkönig einen Vorwand zur Besetzung Anhalts. Johanna Elisabeth floh im März 1758 über Hamburg und Brüssel nach Paris, wo sie am 20.5.1760 verstarb.

Zur Tochter: Zarin Katharina II.(die Große) von Russland