Schloss Dornburg an der Elbe
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Die Mutter: Fürstin Johanna Elisabeth von Anhalt-Zerbst Die Tochter: Zarin Katharina II. von Russland

Die Tochter:
Zarin Katharina II. (die Große) von Russland

"Dornburg ... dieser ... Ort, wir liebten ihn sehr."
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von Stefan Schüler
Zarin Katharina Alexejewna 1761,
Ausschnitt aus einem Stich von Jefim Winogradow
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Natürlich hat die geborene Prinzessin Sophie Friederike Auguste von Anhalt-Zerbst-Dornburg und spätere Zarin nicht Schloss Dornburg erbauen lassen, aber ohne sie wäre es wohl in den 1950er Jahren abgerissen worden, obwohl sie zu dieser Zeit schon lange tot war. In der Architektur hat die Bauherrin Hinweise auf die Tochter am fernen Zarenhof versteckt, obwohl sie zur Erbauungszeit nur die Frau des Thronfolgers war. Hier ein Beispiel:

Das falsche Wappen am rechten Ort  
Die Hochzeit zwischen der Herzogstochter Johanna Elisabeth von Holstein-Gottorf und dem Fürsten Christian August von Anhalt-Zerbst-Dornburg war, wie fast immer, ein Politikum. Durch diese zweite Vermählung zwischen den beiden Adelshäusern wurde deren besondere Verbundenheit manifestiert. Die gemeinsamen Interessen lagen u. a. im Schutz des lutherischen Glaubens und in der nordeutschen Herrschaft Jever, die an Zerbst übergegangen war. Zur Demonstration der Einigkeit diente den Eheleuten ein Allianzwappen, das u. a. auf einem chinesischen Porzellanservice abgebildet wurde.

Porzellanteller aus dem Besitz der Fürstin Johanna Elisabeth. Große Teile des Service befinden sich heute im Schloss Eutin.

Dargestellt sind die Wappen von Anhalt-Zerbst (links, heraldisch rechts) gehalten vom anhaltischen Bären und Holstein-Gottorp (heraldisch links) gehalten vom holsteinischen Löwen unter einem Hermelinmantel mit dem russischen Katharinenorden.

Foto: S. Schüler
Ich danke dem "Förderverein Schloss Zerbst e. V.", dem dieser Teller von Frau Edith Mischel (Köln) geschenkt wurde.

Entsprechend der Herrschaft ist das Zerbster Wappen auf der linken, heraldisch rechten und wichtigeren Seite zu sehen. Diese richtige Anordnung wird auch nach dem Tod des Ehemanns beibehalten (vgl. Stich von Bernigeroth aus dem Jahre 1756)

In hervorgehobener Position, hoch auf dem Mittelrisalit, wurden am Dornburger Schloss die beiden Wappenteile vertauscht. So verkünden sie die Hochzeit von Karl Peter Ulrich (Herzog zu Holstein) und Sophie Friederike Auguste (Prinzessin zu Anhalt), die damaligen russischen Thronfolger Peter III. und Katharina II.

Quellen
  1. Aus einem Brief der Zarin Katharina II. an Baron Melchior Grimm in: Сборник русскаго исторйческаго общества (Magazin der russischen historischen Gesellschaft) Bd. 23, St. Petersburg, 1878, S. 68, Originalzitat: "... Dornbourg. Ce dernier endroit, nous l'aimions beaucoup, c'est.... Oh! je sais bien ce que c'est." Ich danke Hans-Christoph Dittscheid für die Übersetzung.
  2. Alexander Brückner: Katharina die Zweite, G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung-Berlin, 1883, S. 36
 
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