Schloss Dornburg an der Elbe
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Persönlichkeiten
Marquis de Fraigne Dannigkow 5. April 1813 I. Weltkrieg
J. F. Fasch
M. L. Woronzow L. von Albert General Willisen K. Michaelis

Johann Friedrich Fasch (1688-1758)
von Stefan Schüler

Der 1688 in Weimar geborene Johann Friedrich Fasch wurde 1722 Hofkapellmeister in Anhalt-Zerbst. Als 1742 die Hauptlinie der Herrschaft erlosch, behielt er die Stelle weiter und arbeitete nun für die ehemalige Nebenlinie Anhalt-Zerbst-Dornburg. Nachdem Prinzessin Sophie Friederike Auguste (1729-1796) zum russisch-orthodoxen Glauben übergetreten war, nun Katharina genannt wurde und den Thronfolger geheiratet hatte, begann wohl 1745 die glanzvollste Zeit am Zerbster Hof. Die Hochzeit der russischen Großfürsten wurde auch in Zerbst gefeiert, Fasch trug eine Serenata bei.1

Externer Link zur ausführlichen Biographie (Internationale Fasch Gesellschaft e. V.)

Zur Vermählung des Fürsten Friedrich August von Anhalt-Zerbst (1734-1793) mit Karoline Wilhelmine Sophie von Hessen-Kassel (1732-1759) im Jahre 1753 komponierte Fasch eine italienische Oper.2 Im Schloss Dornburg erklang 1749 anlässlich des Geburtstages der Fürstin Johanna Elisabeth (1712-1760) eine Tafelmusik des Hofkapellmeisters mit dem Titel "Die Pflicht und Liebe".3 Gewiss sind in Dornburg noch mehr Werke von Fasch aufgeführt worden, da man es als Sommerresidenz nutze.4

 
Beim noch heute stehenden Schlossgebäude, infolge eines Brandes ab 1751 nach Plänen von Friedrich Joachim Stengel (1694-1784) errichtet, wurde der Festsaal nicht vollendet. Allerdings entstand diese Entwurfszeichnung für ein Musikzimmer von Johann Christian Ehrlich, die seit 1945 verschollen scheint.5

Quellen und Anmerkungen
  1. Biographie von Johann Friedrich Fasch auf den Seiten der Internationalen Fasch-Gesellschaft e. V. (siehe oben angegebener Link)
  2. Bernhard Engelke: Johann Friedrich Fasch. Sein Leben und seine Tätigkeit als Vokalkomponist. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde bei der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig eingereicht von Bernhard Engelke Magdeburg. Hofbuchdruckerei C. A. Kaemmerer & Co. - Halle a. S., 1908.
  3. Wir danken Frau Dr. Barbara M. Reul für den freundlichen Hinweis auf die Aufführung im Schloss Dornburg. Der Text blieb in der Zerbster Francisceum-Bibliothek erhalten. Siehe auch Barbara M. Reul, "Musikalische Aufführungen anläßlicher Geburtstage am Anhalt-Zerbster Hof während der Amtszeit Johann Friedrich Faschs (1722-1758)", in: Bach und seine mitteldeutschen Zeitgenossen: Bericht über das internationale musikwissenschaftliche Kolloquium Erfurt und Arnstadt 13. bis 16. Januar 2000, hrsg. von Rainer Kaiser, Eisenach: Verlag der Musikalienhandlung Karl Dieter Wagner, 2001 (= Schriften zur mitteldeutschen Musikgeschichte, Bd. 4), S. 95-111, insb. S. 108.
  4. S. Lentzens / Diplomatische Fortsetzung / und / zum Theil Ausbesserung / von / Friedrich Lucä / Grafen-Saal / worinn dißmahl / Die Grafen von Arnstein, und die davon abstammende / Grafen von Barby und Mülingen, / auch Grafen / von Lindow und Rupin / Dann / Grafen von Dornburg, die von Arneburg, / die von Osterburg und Althenhausen / Aus zuverläßigen Scribenten und gedruckten und ungedruckten / Urkunden beschrieben und aufgestellet werden / Johann Andreas Bauer – Halle, 1751, S. 178
  5. Fotokopie des ehemaligen Zerbster Haus- und Hofarchivs (?) aus dem Nachlass von Karl Ulrich. Verkleinert gedruckt in: Ludwig Grote: Das Land Anhalt aufgenommen von der staatlichen Bildstelle Deutscher Kunstverlag Berlin, 1929, S. 92, Abb. 94. Bei noch schlechterer Bildqualität in: Horst Dauer: Schlossbaukunst des Barock von Anhalt-Zerbst. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien, 1999, S. 264, Abb. 158: "J. C. Ehrlich: Entwurf einer Boiserie mit Eckkamin für ein Musikkabinett in Dornburg, 1756-57". Als Quelle wird hier das "Fotoarchiv Dauer" angegeben. Das Original konnten wir weder im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt noch in der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau finden. Es gilt seit 1945 als verschollen.

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