Schloss Dornburg an der Elbe
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Persönlichkeiten Marquis de Fraigne
Dannigkow 5. April 1813 I. Weltkrieg

Der Marquis de Fraigne in Zerbst
von Stefan Schüler
Der Spionagefall um den Marquis de Fraigne war der Auslöser zur Flucht der Bauherrin Johanna Elisabeth (1712-1760). Ihre Abwesenheit und ihr früher Tod führten zur Einstellung der Bautätigkeit am Schloss Dornburg.



Friedrich August von Anhalt-Zerbst,
Stich von Johann Martin Bernigeroth in Leipzig 
nach einem Gemälde von Christian Friedrich Reinhold Lisiewski.

Der Fürst trägt den russischen St. Andreas-Orden, den ihn die Zarin Elisabeth Petrowna 1748 geschickt hatte. Er war der Bruder der Zarin Katharina II. (die Große).
Jean Jaques Gilbert de Fraigne wurde am 24. September 1726 in Toulon geboren.1 Der Marquis lernte den Fürsten Friedrich August von Anhalt-Zerbst (1734-1793) auf dessen Kavalierstour 1752 in Paris kennen, bot ihm seine Dienste an, kann ihn aber nicht nach Deutschland zurück begleitet haben. Franz Kindscher nennt zwei Briefe aus Frankreich vom 11. August und 25. September,2 obwohl der junge Fürst bereits Mitte August 1752 wieder in Zerbst eintraf und dort am 28. September die Regierungsgeschäfte von seiner Mutter übernahm.3

Sicher wurde ihm bei der Rückkehr zu Hause ein festlicher Empfang bereitet, aber war ein solches Ereignis nicht eine größere Bühne wert? Die folgende Inszenierung schaffte es in die Annalen der Stadt Leipzig: "Den 14. August beliebten Ihro Hochfürstl. Durchlaucht Frau Johanna Elisabeth verwitwete Fürstin von Anhalt-Zerbst, bisherige Regentin der Zerbster Lande, in hohem Wohlsein Leipzig mit Deroselben hohen Gegenwart zu beehren, und sind im blauen Engel in der Petersstraße abgetreten und das Logis genommen. In Dero Suite befanden sich zwei russische Prinzen und einige andere Cavaliers und Dames. Nachmittags haben dieselben gegen 5 Uhr eine Promenade im Klein-Bosischen Garten vor dem Barfußpförtchen zu machen sich gnädigst gefallen lassen. Des andern Tags nachmittags gegen 4 Uhr fuhren sie in einer mit sechs Pferden bespannten Chaise nebst einer andern, wo die Cavaliers saßen, zum Ranstadter Thore hinaus nach Lindenau und stiegen in den drei Linden ab, allwo sie den auf Reisen gewesenen und retournirenden einzigen Herrn Sohn Ihro Durchl. Fürst Friedrich Augusten, als nunmehr regirenden Herrn, welcher zu Mittage in Merseburg gespeiset hatte, erwarteten und denselben bei seiner Ankunft herzliebend in voller Zärtlichkeit empfingen und nachgehends sich wieder in die Stadt in Dero Logis verfügeten. Den 16. gingen Ihro Durchl. von Anhalt-Zerbst nebst Dero Hochfürstl. Durchlaucht Prinzen und dem ganzen Gefolge von hier wieder ab und retournirten nach Dero Residenz Zerbst."4 Mit ein paar fremden Adligen im Gefolge konnte Johanna Elisabeth vortäuschen, dass sie beste Beziehungen zum Zarenreich unterhält, obwohl genau das Gegenteil der Fall war.

Als sie ihre Tochter 1744/45 auf der Brautreise nach Russland begleitet hatte, beteiligte sich die Zerbster Fürstin an einigen Intrigen, spionierte für den Preußenkönig Friedrich II.
(1712-1786) und fiel schließlich bei der Zarin Elisabeth Petrowna (1709-1761) in Ungnade. Seit Mai 1746 war der ehemaligen anhaltischen Prinzessin Sophie Auguste Friederike und damaligen Großfürstin Katharina jegliche eigene Korrespondenz verboten, "sie musste nur ihre Unter­schrift unter die offiziellen Briefe setzen, die für sie im Kollegium der ausländischen Angelegenheiten verfasst wurden!"5 Diese harte Maßnahme war durchaus gerechtfertigt weil die europäischen Mächte ständig versuchten, Einfluss auf die Thronfolger zu nehmen.

Der Briefwechsel zwischen Mutter und Tochter lief nun über andere Kanäle weiter. Katharina beschreibt in ihren Memoiren die Postübergabe an einen italienischen Musiker.
6 Außerdem sind die Wege über die französischen und sächsischen Diplomaten bekannt. Der russische Großkanzler Bestushew7 kassierte Bestechungsgeld von den Sachsen, die auch gleich die sichere Beförderung der Post bis nach Zerbst übernahmen, weil sie als Gegenwert Kopien der Briefe erhielten.8 Auf diese Art und Weise halten mehrere Höfe einen Faden des Intrigennetzes in der Hand, das in Zerbst geknüpft wird. Alle wissen, dass Mutter und Tochter Kontakt halten aber nur diese beiden kennen den wirklichen Umfang. Zarin Elisabeth Petrowna hat das Gegenteil des eigentlichen Zweckes erreicht.

Im August 1756 hatte die preußische Armee die Grenzen zu Sachsen überschritten und damit einen Krieg begonnen, der sieben Jahre dauern sollte. Noch immer ging es um Schlesien, nur stand den Preußen diesmal eine mächtige Allianz aus Österreich, Frankreich und Russland gegenüber. Allerdings wusste niemand einzuschätzen, ob die Russen im Todesfalle der Zarin weiter ihren Bündnispflichten nachkommen würden. Der Thronfolger verehrte den Preußenkönig. Katharina blieb eine unberechenbare Größe. Friedrich der Große beschreibt der Zerbster Fürstin im Dezember 1757 den schlechten Gesundheitszustand der Zarin und hofft, dass "Madame Ma Cousine" im Todesfalle der Elisabeth Petrowna für die Wiederherstellung der guten Beziehungen zwischen Preußen und Russland eintritt und entsprechend auf ihre Tochter einwirkt.
9 Das Verhältnis zwischen Johanna Elisabeth und Friedrich II. schien bestens zu sein, da seine Schwester, Luise Ulrike (1720-1782), 1744 den Bruder der einstigen holsteinischen Prinzessin, Adolf Friedrich (ab 1751 König von Schweden), geheiratet hatte und seit Kriegsausbruch die Korrespondenz zwischen Preußen- und Schwedenkönig über die anhaltische Fürstin laufen musste.10

Frankreich hegte ebenfalls Zweifel an der russischen Bündnistreue, zumal nach der Ausweisung des Marquis de la Chétardie (1705-1759) wegen einer Intrige, an der sich auch Johanna Elisabeth beteiligt hatte, schlechte diplomatischen Beziehungen zu Russland bestanden. Mehrfach versuchte das französische Außenministerium am Zarenhof vergeblich auszuloten, wie groß der Einfluss der Fürstin von Zerbst auf die russischen Thronfolger sei.
11 Kardinal de Bernis, der im Juni 1757 im Büro des französischen Ministers Fremder Angelegenheiten, die Abteilung für Polen, die Pforte und Russland übernommen hatte, schickte im Folgemonat den Marquis de Fraigne nach Zerbst,1 "in der Absicht, der Gross­fürstin durch die Vermittelung ihrer Mutter, ... die richtigen Gefühle beizubringen."11
 
Praktischerweise konnte de Fraigne in Zerbst gleichzeitig die nahe Hauptfestung des Kriegsgegners Preußen erkunden. Am 11. November kam der Spion nach Hamburg, traf dort den russischen Residenten Saltykow
12 und erfuhr, dass durch dessen Hände eine verbotene Korrespondenz zwischen Zerbst und Russland lief. Der neue, im diplomatischen Geschäft unerfahrene französische Gesandte l'Hopital gab diese Information dem russischen Kanzler Woronzow, der damit seinen Konkurrenten Bestushew stürzen wollte, denn dieser müsste vom Briefwechsel wissen und hätte gegen die Anordnung der Zarin gehandelt. Als Bestushew am 25. Februar 1758 verhaftet und verbannt wird, scheint Katharina ebenfalls verloren und Frankreich hat das Gegenteil vom Gewünschten erreicht.11

Am 22. November 1757
1 traf der Marquis de Fraigne in Zerbst ein, muss sich aber schon davor in den deutschen Ländern aufgehalten haben. Der Reichsgraf von Lehndorff (1727-1769), Kammerherr der Königin Elisabeth Christine von Preußen (1715-1797) trifft ihn bereits im April 1756 in Berlin an, wo er beim französischen Gesandten Valory "sich den Geschäften widmen soll."13 Die Spionagetätigkeit der Diplomaten und ihrer Mitarbeiter war allgemein bekannt und in gewissen Grenzen geduldet. De Fraigne hatte den Bogen aber schon überspannt, als man ihn im Oktober 1756 anonym beim preußischen König anzeigte.14 Der Franzose hatte bereits Kontakt zum Zerbster Fürsten aufgenommen, dem er schon 1752 dienen wollte. Kardinal Bernis behauptet, dass der Marquis einige Zeit am Zerbster Hof verbracht hatte, wo er der verwitweten Fürstin so sehr gefallen hatte, dass angenommen wurde, sie wären heimlich verheiratet.1

Der eben genannte Graf von Lehndorff kommt ebenfalls im November nach Zerbst und beschreibt seinen Besuch bei Johanna Elisabeth: "Die Fürstin Mutter empfängt mich mit der ihr eigenen Höflichkeit und Würde, aber ich merke doch, daß ihr Benehmen anders ist als früher. Bald ist mir auch der Grund klar. Sie stellt mir Herrn de Fraigne vor, den ich von Berlin her kannte. Er war mit dem französischen Gesandten von Valori dahin gekommen und zog sich durch seine törichten Reden die Ungnade des Königs (von Preußen, S. Schüler) zu. Nachdem Valori Berlin verlassen hatte, trieb sich dieser Mensch in ganz Deutschland umher, spielte den Geheimboten des französischen Hofes und erweckte dem König Feinde. Der kleine Zerbster Hof fühlte sich geschmeichelt, eine Art französischen Gesandten zu haben, und zeichnete diesen Gecken, der es obenein verstand, das Wohlgefallen der alten Fürstin zu erregen, sehr aus. Er spielt nun den großen Herrn, was mir um so unbegreiflicher ist, als ich ihn in Berlin als unbedeutenden Sekretär gekannt habe. Die junge Fürstin (
Karoline Wilhelmine Sophie, S. Schüler) ist über alles in Verzweiflung, aber sie steht unter dem Joche ihrer Schwiegermutter, die ihren einfältigen Sohn wie einen kleinen Jungen beherrscht."15 

Dem König von Preußen blieb der Aufenthalt des Franzosen in der Nähe der Festung Magdeburg nicht lange verborgen. Im Januar 1758 schreibt er: "Monsieur de Fraigne, der in Berlin bei Valory war, hält sich in Zerbst auf, um zu spionieren."16 Friedrich II. hat eigentlich viel größere Probleme. Die russische Armee hatte bisher so zaghaft in Ostpreußen operiert, dass die Zarin Verrat vermutete. Natürlich gerieten dabei auch die Thronfolger in Verdacht. General Apraxin musste im Oktober 1757 sein Kommando an Fermor abgeben, der am 22. Januar 1758 Königsberg besetzte. Im dritten Kriegsjahr wurden den Preußen die Ressourcen knapp. Da konnte es ihrem König nur Recht sein, wenn das bisher kriegsverschonte Anhalt seine Neutralität brach. Als diese ihm von den vier anhaltischen Fürsten erklärt worden war, hatte seine eigenhändige Weisung zur Antwort gelautet: "Ihre Neutralität wird ihnen bekommen wie denen Hunden das Grasfressen."17 (Wahrscheinlich wurde diese Antwort nie abgeschickt)

König Friedrich II. (der Große) von Preußen um 1775
Zeichnung von Adolph von Menzel
18

Am 11. Januar erteilt Friedrich II. seinem Bruder Heinrich (1726-1802) den Befehl, er möge den Marquis de Fraigne "mit einem Commando aufheben lassen und nach Magdeburg bringen"
16, weshalb der Leutnant von Borowski von den Seydlitz-Husaren nach Zerbst geschickt wurde. Dieser berichtete, dass der Franzose Gast im Schloss war und "jeden Abend um 11 Uhr in einer fürstlichen Kutsche nach seiner Wohnung im Adler zurückgebracht wurde. Borowski, welcher 10 Pferde in Bereitschaft hatte, begab sich in tiefer Nacht vor die Thüre des Marquis und gab sich für einen Französischen Officier aus, der ihm wichtige Nachrichten mitzutheilen habe; der Maquis, unrecht merkend, öffnete das Fenster statt der Thüre und erhob ein so fürchterliches Geschrei: daß vieles Volk, endlich selbst der Fürst herbeieilten, und da sich Borowski nicht durch eine königliche Ordre, welcher der Fürst sich fügen wollte, legitimieren konnte: so erklärte derselbe, der Marquis sei keine Militairperson und in seinem Schutz, worauf er denselben mit auf das Schloß nahm."19 Bestimmt hat es den preußischen Offizier sehr betrübt, dass er die Befehle seines Königs nicht ausführen konnte, allerdings war sein Trick auch etwas simpel. Aber was kann ein kleines Kommandounternehmen gegen das persönliche Eingreifen des Herrschers eines neutralen Landes ausrichten? Fürst Friedrich August hätte bei dem beschriebenen Vorgehen der Preußen nur wenig Grund zur Beschwerde gehabt und der Widerstand des Franzosen beschränkte sich auf großes Geschrei. Vielleicht wurde deshalb der Vorfall dem Kardinal Bernis ganz anders geschildert. Zu einer perfekten Agentenstory gehören schon mehr heroischer Einsatz, ein paar Verletze und verkleidete Geheimagenten. Franz Kindscher gibt uns den Bericht des Marquis de Fraigne an seinen Auftraggeber in freier Übersetzung wieder und fügt noch ein paar Details ein, die er wohl seinem Archiv entnehmen konnte. Die Schilderung der Ereignisse deckt sich mit der Chronik des Friedrich Wilhelm Sintenis (1804-1858),20 der sich seinerseits auf die zeitgenössische Zerbster Presse stützt, die auch nicht unabhängiger als die Berliner gewesen sein dürfte (siehe unten). "Am 18. Januar, abends nach 10 Uhr, kam ein Detachement Seidlitz-Husaren unter Führung des Leutnants Barowski an und logierte sich in der Tanne ein. Der Führer begab sich mit drei Begleitern nach dem Gasthof zum goldenen Stern auf der Alten Brücke zu Johann Christian Hesse in einer Extrapostkutsche, die mit vier Pferden bespannte war. Barowski ließ sich drinnen Branntwein, Brot, Butter und Bier geben, auch der Postillon trank einmal, die drei Polen in der Kutsche draußen vergaß der Wirt auch nicht, er brachte ihnen auf ihr Mospagne cursulke brenesse den Branntwein, worauf sie ihn anwiesen Mospagne, in der Coursine der soll es ablatschen. Der Offizier bezahlte die fälligen 6 Gl. und sagte, er habe Kranke bei sich in der Kutsche, die wolle er in den Adler auf der Breite logieren.

Dahin kamen sie nach 11 Uhr, erhielten auch eine Erkerstube, Brot und eine Flasche Wein. Als de Fraigne von Hofe angefahren kam, bemächtigte man sich seiner Dienerschaft und hackte mit dem Säbel die Kammerthür de Fraignes auf, der dabei an der Hand verwundet ward, aber kaltblütig, fest und mäßig blieb. (De Fraigne sagt, sie hätten eine Stunde lang vor seiner Thür gelärmt, ohne sie zu erbrechen! Er glaubt mit Dieben zu tun zu haben, verbrennt aber seine Papiere! Er greift zum Pistol, verwundet einen Husaren am Kopf und wird doch selbst verwundet, bei verschlossenen Thüren! ein Thürfeld war wohl bloß durchgehauen?) Auf den Lärm, der auf der Straße entstand, eilte die fürstliche Leibwache herbei und der Fürst selbst. Er verlangte von Barowski schriftlichen Befehl zur versuchten Aufhebung. Da Barowski solchen nicht hatte, nahm der Fürst den Franzosen, der ihm nun die Thür öffnete, in seinen besonderen Schutz und zur Sicherheit auf sein Schloß. Barowski erhielt ein Zeugnis über seinen vergeblichen Versuch."
2 (Diese gewaltätigere Version wird auch in einem zeitgenössischen Buch wiedergegeben.21) Wenigstens hatte de Fraigne weisungsgemäß die Instruktionen seines Auftraggebers und weitere Unterlagen verbrannt, was wohl eindeutig für seine illegale Tätigkeit spricht. Trotzdem verfasst Friedrich August von Anhalt-Zerbst schon am folgenden Tage ein Beschwerdeschreiben an Friedrich II., in welchem er jegliche Spionage durch den Marquis bestreitet.22 Die Antwort des preußische Königs vom 31. Januar war eindeutig: "Ew. Liebden unter dem 19. d(ieses) an Mich erlassenes Schreiben habe ich wohl erhalten und daraus ungern ersehen, daß Sie dasjenige, so mit dem Marquis de Fraigne vorgefallen, auf eine ungleiche Art aufgenommen etc. etc. Ich habe Mir aber auch nicht vorstellen können: daß Ew. Liebden sich des Marquis annehmen und es als eine Beleidigung auslegen würden, wenn ich mich eines Menschen zu bemächtigen suchte, der ganz ungescheut vor Meiner Thüre das Handwerk eines Spions treibt und nicht allein den Franzosen Alles, was in Meinen benachbarten Landen und bei Meinen Truppen vorgehet, berichtet, sondern auch sonst durch unanständige Reden und auf alle anderes Weise, deren seine üble Gemüthsart nur fähig ist, Mir üble Dienste zu leisten sucht. Dergleichen Leuten verstatten weder die Völkerrechte noch die Kriegsgebräuche einigen Schutz und eine vorläufige Requisition würde zu weiter nichts gedient haben, als daß der Fraignes desto eher seine mesures hätte nehmen können."23 Das Treiben des Franzosen am Zerbster Hof konnte man nicht unter einem diplomatischen Mäntelchen verstecken. Trotzdem versuchte der Kardinal Bernis nun, eine offizielle Akkreditierung seines Schützlings für die vier anhaltischen Fürstentümer nachzuholen, wohl wissend, dass es eine solche Stelle nicht gab. So konnte das zu spät ausgestellte Schreiben den Marquis nicht retten.1

Nun hätte der Zerbster Hof besser den "Gesandten" vor die Tür setzen sollen, was nicht geschah. Die vom Fürsten angeordnete Untersuchung der Affaire führte zur eigenen Frau, Karoline Wilhelmine Sophie, der Schwägerin des Prinzen Heinrichs von Preußen.
1 Dieser war noch immer mit der Verhaftung des Spions beauftragt und forderte vom König ein persönliches Schreiben, sowie Verstärkung.20 Natürlich wusste er, dass vom winzigen Anhalt-Zerbst kein nennenswerter militärischer Widerstand geleistet werden konnte aber das Operationsgebiet seiner Armee erstreckte sich inzwischen (von Sachsen) bis nach Halberstadt und Braunschweig. Die Franzosen hatten diesen Gebieten arg zugesetzt aber keinerlei Wintervorräte angelegt und Magdeburg nicht angegriffen, obwohl der Marquis de Fraigne seinem Auftraggeber mitteilte, dass man "die Festung hätte übernehmen können, wo es siebentausend österreichische und russische Häftlinge gab und nur achtzehnhundert unausgebildete Rekruten, sie zu bewachen; Magdeburg ist eine sehr starke Stelle für die Landseite, aber die Zitadelle, die von der Elbe verteidigt wird, hat nur eine einfache Mauer, und im Herbst hat der Fluss, normalerweise nicht mehr als zwei Fuß Wassertiefe."1 Auch wenn diese Einschätzung zu optimistisch war, so hätte ein ernsthafter Angriff auf die preußische Hauptfestung durchaus den Kriegsverlauf beeinflussen können, da er die Verbündeten entlastet hätte. Allerdings lag Frankreich mehr daran, die Engländer in Übersee zu schlagen.

Schon am 5. Februar hatte Prinz Heinrich vom Bruder eine Kopie dessen Briefes an den Zerbster Fürsten, sowie nochmaligen Befehl zur Verhaftung de Fraignes erhalten. Einen weiteren "Husarenstreich" sollte es nicht geben. Stattdessen wurde ein Truppendurchmarsch, der nicht unüblich war, zur Festung Magdeburg veranstaltet, "wobei dann der Commandirende dem Fürsten erklären konnte, daß Se. Majestät einen erklärten Franzischen Spion nicht einen Augenblick länger dulden wollten."
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François-Joachim de Pierre, Kardinal de Bernis, Comte de Lyon hat 1756 das Bündnis zwischen Frankreich und Österreich eingefädelt. 1758 musste er sein Amt aufgeben, da er für einen Separatfrieden mit Preußen eintrat. 

Bildquelle siehe Anm. 1
Die folgenden Ereignisse gibt uns Franz Kindscher wieder, wobei er sich vor allem auf die Memoiren und Briefe des Kardinals Bernis stützt, dessen Informationen vom Marquis de Fraigne stammten. "Am 14. Februar rückte eine Kavallerie-Abteilung über die Zerbster Grenze. Rittmeister Bissing kam mit 50 Mann und eröffnete dem Fürsten den Befehl des Königs. Man verlangte nun eine Sicherheit für de Fraigne und beredete Bissing zu warten, bis der Kommandeur des in Leipzig stehenden Gardebataillons, Oberst v. Tauenzien ... , die Gewähr dafür gegeben habe. Bissing und sein Leutnant wurden zur fürstlichen Tafel gezogen.

Es ward gleichzeitig an den König und an den Prinzen Heinrich geschrieben. Letzterer blieb ebenso fest in seiner Antwort am 16. Februar. Man wandte sich von neuem an Prinz Heinrich und an v. Tauenzien, Bissing wurde von Tauenzien für de Fraignes etwaige Entweichung verantwortlich gemacht. Der Fürst sagte für de Fraigne deshalb gut, 17. Februar, womit sich Bissing beruhigte."
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Natürlich beteuerte Johanna Elisabeth am 14. Februar dem Preußenkönig gegenüber, dass der Franzose kein Spion sei. In seiner Antwort, fünf Tage später, rät ihr Friedrich II., sich von ihm zu trennen.
24 Bereits am 15. Februar hatte er seinem Etatsminister Podewils (1696-1760), der die Beschwerden des Zerbster Hofes bearbeitete, eindeutige Anweisungen zu de Fraigne gegeben: "Der Mensch muss von dort weg; er ist ein Spion, davon Ich gar zu viel weiss, und soll der Graf von Podewils Mir nicht mehr davon schreiben, weil Ich darunter nicht von Resolution ändern kann noch werde."22 Somit waren die vielen Interventionen zu Gunsten de Fraignes nutzlos, verlängerten nur den "Durchmarsch" preußischen Militärs.

Kindscher fährt fort: "Am 18. Februar kam Prinz Heinrichs gleiche Antwort mit der Bemerkung, daß de Fraigne nach Magdeburg gebracht werden sollte. Bissing war erstaunt, dies verraten zu sehen. Bissing war wieder an der fürstliche Tafel. Die Grenze ward bewacht, um vom etwaigen Einrücken Tauenziens gleich zu hören. Am 19. Februar kamen dessen Mannschaften um 3 Uhr nach Dessau. Der Fürst schickte einen Boten, Major v. Zerbst, an die Elbe, um die Preußen zum Warten zu bewegen. De Fraigne entschloß sich jetzt, sich zu ergeben, um Zerbst zu schonen. Er schrieb an Bernis und die französischen Generale. Seine Privatpapiere gab er eingesiegelt der Fürstin. Die Fürstin ergänzte am 26. Februar de Fraignes Bericht an Bernis.

Am 20. Februar kam eine Abteilung Infanterie und Kavallerie mit einem Geschütz unter Major v. Kleist auf Zerbster Gebiet. Sie blieben auf Bitte des Majors v. Zerbst bis zum 22. Februar (Mittwoch) in Roßlau, zwei Absendungen Kleists von Offizieren nach dem Zerbster Schlosse am 20. Februar hatten nichts geholfen. Kleist rückte mit 400 Mann und dem Geschütz am 22. Februar nachmittags 2 Uhr in Zerbst ein und besetzte die fünf Thore, richtete das Geschütz aufs Schloß, quartierte die Mannschaften ein und übergab v. Tauenziens Antwort an den Fürsten. De Fraigne wurde dem Major v. Kleist vorgestellt. Dieser zuckte bei seiner Vorstellung mit den Achseln. Tauenzien verlangte von Kleist abends 7 Uhr, die Gewalt nicht mehr zu verschieben. Der Fürst und seine Mutter blieben beim Trotz, de Fraigne war so vernünftig nachzugeben; er wollte sich nachts 1 Uhr ergeben. Kleist zeichnete die Erklärung des Fürsten und seiner Mutter auf, daß nicht sie de Fraigne auslieferten, sondern er selbst es thue. De Fraigne hielt Wort, und nachts 1 Uhr am 23. Februar brach Bissing mit ihm nach Magdeburg auf."
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"Berlinische Nachrichten von Staats- und Gelehrten Sachen" wurde 1740 gegründet. Quelle: Wikipedia

Friedrich II. verlangte von seinem Kabinett eine öffentliche Erklärung zu den Vorgängen in Zerbst, außerdem hatte man dafür zu Sorgen, "diesen, recht gut gefasseten, Articul je eher je besser sowohl in den berlinischen Zeitungen als auch in auswärtigen bringen lassen,"25 was auch umgehend geschah. 
"Magdeburg, vom 28. Februarii.
Dieser Tage wurde ein gewisser Franzose, der sich den Marquis de Fraigne nennt, von Zerbst gefänglich anhero gebracht. Dieser Mensch welcher sich vor diesem eine Zeitlang zu Berlin aufgehalten, hatte sich schon daselbst durch solche unerlaubte Reden bekannt gemacht, welche ihm eine gerechte Ahndung zugezogen haben würden, wenn Se. Königl. Maj. nicht gewohnt wären, dergleichen Niederträchtigkeiten mit Verachtung anzusehen. Nachdem der Krieg entstanden, schlug der Marquis de Fraigne seinen Aufenthalt zu Zerbst auf, wo er eine geraume Zeit das Handwerck eines Spions getrieben, und nicht allein alles was in denen benachbarten Preußischen Quartieren vorging, an die Französische Armee überschrieben, sondern auch sogar heimliche Anschläge auf die Stadt Magdeburg gemacht hat. Da Se. Königl. Maj. von diesem allen zuverläßige Nachricht erhalten; so liessen Sie des Fürsten von Anhalt-Zerbst Durchl. die Erklärung thun: Daß bey der bekannten Lage der Anhaltischen Lande, welche mitten in denen Preußischen Quartieren liegen, Höchstdieselben den Aufenthalt des Marquis de Fraigne zu Zerbst nicht mit gleichgültigen Augen ansehen könnten, und hoffen wollten, daß Se. Durchl. einen öffentlichen Spion Ihrer Feinde, nicht in Schutz nehmen würden, indem dergleichen Leute nirgends, auch in neutralen Landen, den Schutz des Völcker-Rechts geniessen könnten. Dessen ohngeachtet blieb der Marquis de Fraigne, nach wie vor zu Zerbst, wo er sein Handwerck ungehindert fortsetzte, und bekam endlich gar sein Quartier auf dem Fürstl. Schlosse. Se. Königl. Maj. haben sich also endlich wieder Willen entschliessen müssen, diesen Menschen aufheben und in Sicherheit bringen zu lassen, um seine schädliche Anschläge zu hintertreiben. Es werden die Uebelgesinnten ihrer Gewohnheit nach, hieraus ohne Zweifel wieder eine Verletzung des Völcker-Rechts machen; allein, es ist zu bemercken, daß der Marquis de Fraigne mit keinem öffentlichen Charakter versehen gewesen, sondern nur ein blosses Empfehlungsschreiben, welches man denen Reisenden zu geben pfleget, von dem Abbe de Bernis aufzuweisen gehabt, und es darf die Gegenparthey sich nur erinnern, was sie vor nicht langer Zeit mit dem Capitain Lambert vorgenommen, da dieser Preußische Officier ohngeachtet der Vorstelllungen des Königl. Legations-Secretarii Benoit, mit Convenz des Königl. Pohlnischen Hofes, in der Haupt-Statt einer neutralen Republik von denen Russen aufgehoben und fortgeschleppt worden."26

Das preußische Kabinett war also mit Schadenzbegrenzung beschäftigt. Trotz des Krieges wollte man diplomatische Verwicklungen mit dem Zarenhof wegen de Fraigne vermeiden und erklärt, dass der König richtig gehandelt habe, "der Zerbstsche Hof hergegen sich etwas übel genommen hat und insonderheit die verwittibete Fürstin eine Protection und Attachement vor gedachte Person (de Fraigne, S. Schüler) bezeiget, die ganz besonders ist ..."
27 Tatsächlich bittet Johanna Elisabeth am 6. März beim preußischen König um Freilassung des Franzosen.28 Hatte der regierende Fürst auf Betreiben seiner Mutter die Auslieferung des Kundschafters verhindern wollen? Friedrich II. behauptet in seiner "Histoire de la guerre de sept ans", dass die Fürstin den Spion heimlich geheiratet hätte29 und bestätigt damit die Vermutung des Kardinals Bernis.1 Solche Trauungen "zur Linken" waren damals üblich, um daraus resultierende Kinder abzusichern aber von der offiziellen Erbfolge auszuschließen.

Der Gefangene hatte keinerlei Vergünstigungen zu erwarten. Der Preußenkönig befiehlt dem Kommandanten von Magdeburg, von Borcke, am 4. März, dass er "den Marquis de Fraigne wie einen ohnedem verschlagenen und unruhigen Kopf nicht anders als wie einen andern Arrestanten dort in Arrest halten und keinesweges verstatten sollet, weder in der Stadt herum zugehen, noch Besuche und Zusprache anzunehmen oder auch und am wenigsten eine Correspondance zu führen."
30 Diese harten Bedingungen verwundern, da gefangene Offiziere der Kriegsgegner sich innerhalb der Festung oft frei bewegen durften oder sogar auf Ehrenwort in die Heimat entlassen wurden.13 Der Marquis musste wohl denken, dass er die Freiheit nie wieder erlangen würde. Vielleicht trieben ihn solche Gedanken zu einem Fluchtversuch. Nach Franz Kindschers Beschreibung bestach er eine Französin.2 Bernis behauptet, dass Johanna Elisabeth durch einen Bewacher Frauenkleider beschaffen ließ in welchen de Fraigne fliehen konnte.1 Aber warum hat die Fürstin in diesem Falle nicht ihren Aufenthaltsort übermittelt? Eigentlich wollte der inhaftierte Spion nach Hamburg, um dem Machtbereich der Preußen zu entkommen. Leider wandte er seine Schritte nach Zerbst, wo er wohl auf Hilfe durch seine ehemaligen Gönner hoffte.

In der Zerbster Chronik lesen wir: "Am 5. Mai abends kommt der aus Magdeburg entflohene Marquis de Fraigne in Frauenkleidern hier an, wird aber am Dornburger Tore von der preußischen Wache erkannt und festgenommen, geschlossen und Tags darauf in Frauenkleidern, wie er gekommen, wieder nach Magdeburg unter Eskorte gebracht."
20 Ohnehin hätte er beim Fürsten und seiner Mutter keinen Schutz finden können, da beide nach seiner Verhaftung ihr Land verlassen hatten, dabei aber die junge Fürstin Karoline Wilhelmine Sophie zurück ließen. Johanna Elisabeth erfuhr in Hamburg vom Sturz des russischen Kanzlers Bestushews (siehe oben), ging letztlich nach Paris und starb dort 1760. Ihre Edelsteine, die sie dem Marquis de Fraigne zugesichert hatte, erreichten ihn nie.1 Der regierende Fürst von Anhalt-Zerbst, Friedrich August, kehrte ebenfalls nicht mehr in seine Residenz zurück.

Alle diplomatischen Bemühungen des Kardinals Bernis und seines Nachfolgers um die Freilassung des Marquis de Fraigne blieben erfolglos. Erst im Dezember 1762 erhielt der Gefangene seine Freiheit wieder. Dies geschah entweder, weil seine Schwester Friedrich II. am 10. Juli darum gebeten hatte
1 oder auch nur aus Rücksicht auf das neue Bündnis zwischen Preußen und Russland. Hier herrschte inzwischen die Schwester des Zerbster Fürsten, Katharina II. (die Große). Am 8. Dezember erteilt der König dem Kommandanten der Festung Magdeburg den Befehl, wenn der Marquis "zuvorderst den in allen solchen Fällen üblichen Eid von Urfehde in französischer Sprache und nach dem Gebrauch der Religion, wozu er sich bekennet, abgeleget haben würde, Ihr ihn seines bisherigen Festungsarrestes zu entlassen dergestalt beordert wäret, dass ihr ihn über die Grenze meines Terretorii durch das Halberstädtische bringen und ihn alsdenn freilassen solltet, nach senem Vaterlande zurückzugehen, jedoch mit der expressen Condition und unter der ernstlichen Verwarnung, dass er sich forthin nie unternehmen solle, Meine Lande bei Lebensstrafe weiter zu betreten, noch weniger sich darin jemalen betreffen zu lassen."32

Franz Kindscher übersetzt aus den Memoiren des Kardinals Bernis den weiteren Lebensweg des Marquis de Fraigne. Dieser bewarb sich in Paris darum, "nach Petersburg gehen zu dürfen, Bernis schlug ihm jedoch die Erfüllung dieses Gesuchs ab, weil er meinte, daß die Anwesenheit de Fraignes in Petersburg der Kaiserin Katharina nicht angenehm sein dürfte. Er wurde dafür nach Wien geschickt, wo sich Fürst Friedrich August von Zerbst damals gerade aufhielt. Er blieb aber nicht lange dort, sondern kehrte bald nach Paris zurück. König Ludwig empfing ihn am 21. Februar 1763. Er hatte ihm am 13. Februar eine außerordentliche Entschädigung von 10000 Livres, sowie ein Jahresgehalt von 4000 Livres bewilligt, das am 18. August 1771 auf 5000 erhöht ward. Trotzdem beklagte sich de Fraigne bei allen späteren Ministern über die von ihren Vorgängern gegen ihn verfügten Ungerechtigkeiten.

Im Jahre 1791 suchte er bei der Nationalversammlung um eine Gesandtschaft oder Konsulat in Italien oder am Archipelagus nach. Darauf verschwindet er aus dem Gesichtskreis der Geschichte."
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Quellen und Anmerkungen
  1. Frédéric Masson (Hrsg.): Mémoires et lettres de F.-J. de Pierre Cardinal de Bernis, Bd. 2. Société d'editions littéraires et artisques – Paris, 1903. Die nicht in Anführungsstriche gesetzten Zitate sind sinngemäße Übersetzungen von S. Schüler.
  2. Franz Kindscher war Geheimer Archivrat im Herzoglichen Haus- und Staatsarchiv zu Zerbst. 1904 erschien sein Aufsatz "Marquis de Fraigne" in den Mitteilungen des Vereins für Anhaltische Geschichte, herausgegeben von Dr. H. Wäschke. Für seine Arbeit konnte Kindscher die Archivalien in seinem Hause nutzen, außerdem gibt er in seinem Aufsatz u. a. folgende Quellen an: "Wissenschaftliche Beilage der Leipziger Zeitung (Redakteur H. Marbach) Nr. 20 Sonntag, den 1. März 1888. Die Verhaftung des Marquis de Fraigne in Zerbst 1758. von Wilhelm Hosäus. P. 113, 114, 115, 116 (je zwei Spalten). Nr. 21, Donnerstag, den 15 März 1883, mit Schluß des Aufsatzes p. 121, 122, 123, 124" und "K. W. von Schöning, Der siebenjährige Krieg I, Potsdam 1851, an verschiedenen Stellen, z. B. über Borowski (de Fraigne kehrt gewöhnlich 11 Uhr heim. B. hatte 10 Pferde bereit, gab sich ihm als französischer Offizier aus, der ihm wichtiges zu melden habe.) Z. B. über Borowski (die Bedienten in der Kutsche gesperrt vorm Adler, Stubenthür de Fraigne v. Besp. mit Säbeln eingehauen, de Fraigne verbrennt Papiere, verwundet einen Husaren mit der Pistole leicht am Kopf, die andere Pistole versagte, de Fraigne ward selbst an der rechten Hand verwundet. Darüber kam die Wache, 30 Mann unter einem Oberstwachtmeister und Fürst Friedrich August selbst). Borowski gab, als in der verschlossenen Kutsche sitzend, Kaufleute an." a. a. O. S. 128, 131 ff. Anmerkung von S. Schüler: Die letzten Zitate sind im genannten Buch nicht enthalten.
  3. Samuel Lentz: Becmannus enucleatus suppletus et continatus oder historisch-genealogische Fürstellung des Hochfürstlichen Hauses Anhalt der davon abstammenden Marggrafen zu Brandenburg, Herzöge zu Sachsen und Sachsen-Lauenburg – Cöthen und Dessau 1757
  4. Gustav Wustmann (Hrsg.): Quellen zur Geschichte Leipzigs, Veröffentlichungen aus dem Archiv und der Bibliothek, Bd. 1. Duncker und Humboldt – Leipzig, 1889, S. 293f 
  5. B. v. Bilbassoff: Gesch. Katharinas II. Bd. 1, 2. Abteilung – Berlin 1893, S. 261 
  6. Katharina II. Memoiren, Insel Verlag Anton Kippenberg – Leipzig, 1986, Bd. 1 S. 88
  7. Graf Alexej Petrowitsch Bestushew-Riumin (1693-1766) auch Schreibweise Bestuchew üblich 
  8. Carl Schirren: Geheime Correspondenz Katharina's II. mit ihrer Mutter im Jahre 1754. In: L. Quidde (Hrsg.): Deutsche Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. Bd. 10, Jahrgang 1893 2. Bd., Akademische Verlagsbuchhandlung von J. C. B. Mohr – Freiburg i. B. und Leipzig, 1893
  9. GSTA PK, I HA Rep 96 Nr. 98 Bp, Folio 70
  10. Politische Correspondenz Friedrich's des Großen. Verlag von Alexander Duncker – Berlin, 1887, Bd. 15, S. 329
  11. B. v. Bilbassoff: Gesch. Katharinas II. Bd. 1, 2. Abteilung - Berlin 1893, S. 456ff
  12. Sergej Wasiljewitsch von Saltykow (1726-?), auch Schreibweise Ssaltikow üblich, wird nicht nur ein Verhältnis zu Katharina nachgesagt, einigen Biographen zufolge soll er auch der Vater ihres ersten Kindes gewesen sein.
  13. Karl Eduard Schmidt-Lötzen: Dreißig Jahre am Hofe Friedrichs des Großen. Aus den Tagebüchern des Reichsgrafen Ernst Ahasverus Heinrich von Lehndorff, Kammerherrn der Königin Elisabeth Christine von Preußen. Friedrich Andreas Perthes Aktiengesellschaft – Gotha, 1907, S. 265
  14. Politische Correspondenz Friedrich's des Großen. Verlag von Alexander Duncker – Berlin, 1885, Bd. 13, S. 542
  15. Anm. 13, S. 371f
  16. Politische Correspondenz Friedrich's des Großen. Verlag von Alexander Duncker – Berlin, 1888, Bd. 16, S. 164
  17. Politische Correspondenz Friedrich's des Großen. Verlag von Alexander Duncker – Berlin, 1886, Bd. 14, S. 522
  18. Adolph von Menzel: Bilder zur Geschichte Friedrichs des Großen. R. Voigtländers Verlag – Leipzig und Berlin, 1905
  19. Kurd von Schöning: Militairische Correspondenz König Friedrich des Großen mit dem Prinzen Heinrich von Preußen. Bd. 1. Verlag von Otto Janke – Berlin, 1859, S. 122ff 
  20. Friedrich Wilhelm Sintenis: Die Chronik von Zerbst 1758-1830. Verlagsbuchhandlung Friedrich Gast Zerbst, Anhaltische Verlagsgesellschaft mbH – Dessau, 1995
  21. R. Simeon Ben Jochai: Das andere Buch der Historie des Krieges zwischen den Preußen und ihren Bundesgenossen und den Oesterreichern und ihren Bundesgenossen ... – Ohne Ortsangabe, 1759, S. 37f: "Da schickte der Feldhauptmann des Königs, Seidlitz, etliche Husaren nach Zerbst, die eine List brauchten, als sie ankamen zu Zerbst in der Nacht des 9. des Monats Schebhat. Und stellten sich als wären sie Kaufleute und fuhren drey derselben in die Stadt, und die anderen hielten aussen. Und fuhren in die Herberge, wo sich Fraigne enthielte, und traten in seine Cammer, daß sie sich sein bemächtigten. Er aber that Widerstand, und einer unter ihnen zuckte den Säbel wider ihn und traf seine rechte Hand. Er aber war beherzt und nahm etliche seiner Schriften und verbrannte sie, und griff nach seiner Pistholen, und schoß einen Husaren. Da kam die Schar der Wächter aus des Fürsten Schloß mit ihrem Hauptmann, daß die Stille walte den Hader, der sehr groß war, und der Fürst gieng auch dahin, und er überredete den Lieutenant, daß er von ihm abliesse, und bezeugte ihm durch einen offenen Brief, daß er nichts vorbeygelassen hätte zu vollziehen, was ihm befohlen war. ..."
  22. Politische Correspondenz Friedrich's des Großen. Verlag von Alexander Duncker – Berlin, 1888, Bd. 16, S. 248
  23. Anm. 19, S. 132ff
  24. Anm. 22, S. 254
  25. Anm. 22, S. 284f. Brief vom Geheimen Kriegsrat Eichel an den Etatsminister Podewil vom 04.03.1758
  26. Berlinische Nachrichten von Staats und Gelehrten Sachen, Haude- und Spenersche Buchhandlung – Berlin, Nr. 29 vom 9.3.1758
  27. Anm. 22, S. 311ff. Brief vom Geheimen Kriegsrat Eichel an den Etatsminister Podewil vom 14.03.1758
  28. GSTA PK, I HA Rep 96 Nr. 98 Bp, Folio 80 bis 81
  29. Friedrich II. (der Große): Histoire de la guerre de sept ans. In: Œuvres de Frédéric le Grand, Bd. 4. Verl. Rudolph Decker – Berlin, 1847, S. 157
  30. Anm. 22, Fußnote auf Seite 284
  31. Sintenis (Anm. 20) nennt den 8. April als Tag für die Flucht des regierenden Fürsten und seiner Mutter, was nicht stimmen kann, da ihr Brief mit der Bitte um Freilassung des Gefangenen vom 6. März (Anm. 28) aus Hamburg kam.
  32. Politische Correspondenz Friedrich's des Großen. Verlag von Alexander Duncker – Berlin 1896, Bd. 22, Fußnote auf S. 379